FÜTTERUNG 

Man muss wissen dass Kaninchenzähne ein Leben lang wachsen, bis zu einem Zentimeter pro Monat. Daher ist es wichtig, dass ihre Tiere ein Futter erhalten, an dem sie sich die Zähne gut abnutzen können. Dabei geht es weniger darum, dass das Futter besonders hart ist, sondern wie lange sie daran zu kauen haben. Denn die Zähne schleifen sich in erster Linie aneinander ab.


Grundsätzlich sollte man dem Futter ansehen können, was es einmal gewesen ist. Das bedeutet das bunte Futtermischungen aus der Drogerie nicht unbedingt empfehlenswert sind. Desweiteren sollte das Futter nicht zu viel Getreide enthalten, Getreide in Futtermitteln wird häufig verteufelt,  in bestimmten Situationen ist die maßvolle Gabe von zum Beispiel Haferflocken durchaus sinnvoll. Und zwar wenn ein erhöhter Kalorienbedarf besteht, wie bei kümmerlichen Jungtieren  kranken, trächtigen oder säugenden Kaninchen oder auch zu Winterzeit wenn es draußen kalt wird und der Kalorienbedarf erhöht ist. Wie bei allem macht die Menge das Gift.


Selbst gemischtes Futter
Selbst gemischtes Futter

Der größteTeil des täglichen Futters besteht vorzugsweise aus frischer Wiese, Gräsern und Blättern. Kaninchen in der freien Natur würden sich genauso ernähren. (VORSICHT, NUR FÜR GEIMPFTE KANINCHEN ZU EMPFEHLEN)  alternativ kann man mittlerweile in guten Shops fast alle Gräser und Kräuter in getrockneter Form kaufen.

ACHTUNG! Nach dem Winter sind die Kaninchen die frische Wiese nicht mehr gewöhnt, außerdem ist der erste Wuchs sehr eiweißreich. Man muss unbedingt blattweise anfangen zu füttern und dies über 14 Tage steigern, erst dann die Tiere in den Freilauf lassen. Ansonsten drohen böse Durchfälle.


Als zweites ist Heu auf dem Speiseplan zu erwähnen. Heu sollte den Tieren grundsätzlich zur Verfügung stehen, wichtig hierbei ist, dass es nach Kräutern durften sollte, unbedingt schimmelfrei sein muss und möglichst staubarm. Kaninchen haben einen Stopfmagen und nehmen über den Tag verteilt 60 bis 80 kleine Mahlzeiten zu sich, dies kann man in mit gutem Heu ermöglichen. 

Äste und Sträucher

Sehr gerne gefressen wird sowohl das Laub als auch die Rinde von Obstbäumen wie Kirsche, Pflaume, Apfel, und Birnenbaum.  Im Herbst wenn das gelbe Laub fällt und es schön trocken ist, packe ich dieses in einen Kopfkissenbezug und hänge es an einem luftigen Ort auf,  man kann es so lange verfüttern wie es frisch riecht und nicht schimmelig ist.

Außerdem eignet sich Birke, wirkt harntreibend, Buche, und Haselnuss.

Beerensträucher können auch prima verfüttert werden wie zum Beispiel Johannes und Heidelbeeren, Himbeere, und Brombeere.

Walnussbaum Blätter können in kleinen Mengen entwurmend wirken.


Ungeeignet ist das Laub von Eibe, Buchs,Holunder und Zypresse, es ist giftig.


Pellets, Trockenfutter, Extrudate und Heucobs machen zahntechnisch keinen Sinn, da die so wichtige Rohfaser schon zermahlen wurde. Ich füttere sie jedoch trotzdem eingeschränkt, da hochwertige Pellets inhaltlich gut sind und meine Tiere einen erhöhten Kalorien -Vitaminbedarf haben. Bei der Haltung von Kuschelkaninchen ist es einfach nicht notwendig, wenn man sich ein wenig Mühe gibt und den Speiseplan abwechslungsreich gestaltet.


An dieser Stelle möchte ich noch einmal Kräuter und Sämereien erwähnen viele von ihnen haben heilende Wirkung und können ab und zu dem Futter beigemischt werden oder gezielt bei Erkrankungen gefüttert werden.


Zum Beispiel bei Durchfall können Fenchelsamen oder frischer Fenchel gefüttert werden er lindert Krämpfe wirkt schleimlösend und kann Bakterien und Pilze im Wachstum hemmen.

Oregano, hilft bei Durchfällen und Atemwegserkrankungen ebenso wie Eichenrinde. Außerdem wirkt Oregano gegen Parasiten wie Kokzidien und in geringem Maße auch gegen Würmer. Es schafft im Darm einen Parasiten feindliches Milieu ebenso wie Kokosnussöl. Hiermit kann man über mehrere Tage Kuchen man gibt etwa ein Teelöffel pro Tier pro Tag. Bei Verdauungsstörungen empfehle ich das Füttern von Leinsamen, sie enthalten Schleimstoffe die der Darmschleimhaut helfen.



Ich selbst nutze diese Kräuter regelmässig bei leichten Erkrankungen, sollten Sie jedoch nicht anschlagen ist ein Tierarztbesuch notwendig, ebenso wenn die Beschwerden immer wiederkehrend sind.

Da es mittlerweile viele Onlineshops gibt die  Futter anbieten, habe ich mir vorgenommen im nächsten Jahr einige davon zu testen, um Kaninchen Besitzern noch bessere Empfehlungen aussprechen zu können. Wenn jemand schon gute Erfahrungen gemacht hat freue ich mich über Tipps.

Das Beste zum Schluss. Obst sind für Kaninchen Süssigkeiten, wandern also vom Mund direkt auf die Hüfte. Trotzdem sollte man den Hasis täglich etwas gönnen, denn Obst ist auch gesund. Ich empfehle Obst immer in kleine Stückchen zuschneiden und ausschließlich aus der Hand zu füttern. So konditioniert man die Kaninchen am besten, denn mit Speck fängt man Mäuse.

Beispiel für gutes Trockenfutter, in diesem Fall von GRÜNHOPPER
Beispiel für gutes Trockenfutter, in diesem Fall von GRÜNHOPPER